Ein Begriff, der mir immer wieder sauer aufstößt, wenn ich Diskussionen um das Internet höre, ist der Begriff der “Parallelidentität”. Das da im Internet das sei man ja nicht selbst, das sei ja eine Art zweites Ich, das nichts mit dem “richtigen” Ich zu tun habe. Und genau deswegen sei das mit dem Internet ja so gefährlich, denn da könne man ja so wunderbar Sachen schreiben und sagen, die man sonst nie von sich geben würde.
FALSCH!
Wer seine Onlineaktivitäten so angeht, hat schon verloren. Das da im Internet ist eben KEINE Parallelidentität, sondern das Internet erweitert die Kommunikationsmöglichkeiten meines sog. “richtigen” Ichs. Gerade weil man alle Aktivitäten auf den Urheber zurückverfolgen kann und damit auch entlarven kann, wenn jemand nur etwas vorspielt statt er/sie selbst zu sein.
Wer vorgibt jemand anders als er selbst zu sein, für den geht das natürlich nach hinten los. Das liegt aber nicht am Internet oder an diesem neumodischen web2.0, sondern es liegt an der Herangehensweise dieser Personen.
DESHALB:
- Seien sie in Iher Onlinekommunikation Sie selbst
- Benutzen Sie Ihren richtigen Namen
- Verhalten Sie sich so, wie Sie sich auch offline in der Öffentlichkeit verhalten würden
Wenn Sie natürlich des öfteren nackt, betrunken und mit einer Schnapsflasche in der Hand auf dem Marktplatz stehen und schreien: “Mein Chef ist ein Arschloch!”, dann sollten Sie vielleicht auch das mal überdenken!











Erfrischend neben fachlich nützlichem Input zu facebook hier auch öfter “klare Worte” lesen zu können, die einen benachbarten oder weiter gehenden Fokus haben. Das fehlt an vielen Stellen der Gesellschaft. Nur mit ggf. auch hartem Diskurs wird sich etwas bewegen, was sich bessern soll. OK, ein wenig entscheiden und umsetzen hilft auch…
Natürlich ist es keine Parallelidentität.
Aber: Meine Identität auf Facebook & Co. ist nur ein schwacher Abklatsch dessen, was ich tatsächlich bin und tue. Das rührt eben gerade von meiner Vorsicht her, die Privatsphäre so gut wie möglich zu wahren, ohne den Kontakt im Netz zu unterbrechen.
Ich würde deshalb eher von einer Komplementäridentität sprechen.